Feldklang

Radionik Erfahrungen bei chronischen Schmerzen systematisch dokumentieren

Radionik Erfahrungen bei chronischen Schmerzen systematisch dokumentieren

Der Freitagabend-Prüfstand: Wenn Daten auf Intuition treffen

Es ist Freitagabend, kurz nach Sonnenuntergang. Draußen im Karlsruher Nordosten dämmert es über dem Turmberg, und das vertraute, ferne Surren des Liftschachts — genau 256 m ist der Berg hoch, ein Fixpunkt in meiner Geografie — signalisiert den Feierabend für die Ausflügler. Ich sitze an meinem Nussbaum-Schreibtisch in der Arbeitsecke unseres 70er-Jahre-Reihenhauses. Vor mir liegt das schwere A4-Ringbuch, exakt 210 x 297 mm, mit der Registereinteilung, die ich im Schreibwarenladen in Durlach besorgt habe. Neben der Tastatur dampft eine Tasse Tee. Im Nebenzimmer sitzt Irene mit einem Buch; sie hat heute einen ihrer besseren Tage, was bei der Diagnose Fibromyalgie leider keine Konstante ist.

Nach 32 Jahren Signaltechnik bei Siemens Mobility, wo ich mich mit der 1435 mm Normalspur und komplexen Relaisschaltungen befasst habe, kann ich nicht einfach nur 'abwarten', wie es die Neurologin empfohlen hat. Wenn ein System wie der menschliche Körper Fehlfunktionen aufweist — in Irenes Fall die Reizung der 18 Tender-Points, die den medizinischen Standard für Fibromyalgie definieren —, dann sammle ich Daten. Seit dem vergangenen Herbst habe ich eine feste Routine entwickelt, um die Radionik-Kurse und Software-Titel, die ich auf DigiStore24 erworben habe, wie ein Lastenheft abzuarbeiten. Es geht mir nicht um Esoterik. Es geht mir um die Frage: Kann man ein biologisches System über Informationsfelder beeinflussen, wenn die klassische Mechanik — in diesem Fall Schmerzmittel und Physiotherapie — an ihre Grenzen stößt?

Nahaufnahme eines DIN A4 Ringbuchs mit Registerlaschen für die systematische Radionik-Dokumentation.

Das Protokoll der Informationsfelder: Kurse im Härtetest

Ich habe inzwischen drei Kurse und zwei Software-Lösungen im Einsatz. Mein Ingenieurs-Gehirn verlangt nach Messgrößen. Kurs 1 zum Beispiel umfasst 8,5 Stunden Videomaterial, aufgeteilt in 12 Module. Bei einem Preis von rund 42 Euro pro Modulstunde erwarte ich eine saubere Struktur. Ich dokumentiere jeden Schritt in meinem Ringbuch: Interface-Klicks bis zum ersten Scan (bei der einen Software sind es stolze 14 Klicks, was ich als mangelhaft in der User-Experience bewerten würde), die Anzahl der Begriffe im Glossar (145 Einträge, teilweise redundant) und die Plausibilität der Erklärungen.

In den letzten zwei Jahren, mit einer vertieften Routine seit dem vergangenen Herbst, habe ich festgestellt, dass die Qualität stark schwankt. Ein Video in Modul 4 eines Kurses habe ich beispielsweise bei Zeitstempel 12:45 abgebrochen. Der Referent verlor sich in vagen Behauptungen über 'kosmische Harmonien', ohne eine technische Brücke zu schlagen. Als Entwickler bin ich es gewohnt, Toleranzketten zu berechnen; wenn die Basis-Prämisse eines Moduls schon einen Messfehler erster Ordnung aufweist, brauche ich die restlichen 20 Minuten nicht mehr anzusehen. Dennoch gibt es Momente, in denen die systematische Anwendung von Radionik Raten im Alltag eine interessante Datendichte liefert. Ich übertrage die ermittelten Raten jeden Freitagabend in eine Excel-Tabelle. Das vertraute Entspannen meiner Nackenmuskulatur, sobald die Daten der Radionik-Software in die wöchentliche Vergleichstabelle übertragen sind, ist dabei fast schon ein konditionierter Reflex.

Die Gefahr der Über-Dokumentation: Der negative Beobachter-Effekt

Hier kommt jedoch ein Punkt, den ich erst nach etwa sechs Monaten intensiver Analyse verstanden habe — und er widerspricht eigentlich meiner Natur als Ingenieur. In der Signaltechnik gilt: Je genauer die Überwachung, desto sicherer das System. Bei Irenes chronischen Schmerzen scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Ich nenne es den 'negativen Beobachter-Effekt'. Wir haben anfangs jeden der 18 Schmerzpunkte dreimal täglich bewertet und mit den Radionik-Scans abgeglichen. Das Ergebnis? Irene war gedanklich 24 Stunden am Tag in einer Rückkopplungsschleife mit ihrem Schmerz gefangen.

Die exzessive tägliche Dokumentation verstärkt oft den Fokus auf das Symptom und blockiert dadurch die energetische Regulation. Wenn man jedes Rauschen im System als kritischen Fehler interpretiert, kommt die Anlage nie in den Ruhezustand. Ich habe meine Dokumentation deshalb im späten Winter umgestellt. Ich erfasse zwar weiterhin die technischen Parameter der Software-Updates und die Lernkurve der Kurse (die ich übrigens oft in einem Vergleich zwischen Videokurs und Buch gegenprüfe), aber ich habe die Abfragefrequenz bei Irene drastisch reduziert. Wir messen nicht mehr die Abweichung vom Idealzustand, sondern dokumentieren nur noch die Trendwende. Das ist wie bei einer Regressionsanalyse: Die einzelnen Ausreißer sind weniger wichtig als die Richtung der Kurve.

Taschenrechner und Teetasse neben einem PC-Monitor mit einer Excel-Tabelle zur Schmerzanalyse.

Software-Architektur und Glossar-Audit

Wenn du dir überlegst, eine Radionik Software zu kaufen, solltest du wie bei einer Abnahmebedingung vorgehen. Ich schaue mir die Lizenzmodelle genau an: Gibt es versteckte Wartungsgebühren? Wie viele Interface-Schritte sind nötig, um eine eigene Datenbank mit Schwingungsraten anzulegen? In einem der Kurse wurde behauptet, die Software würde 'intuitiv' arbeiten. Als Ingenieur sage ich: Software arbeitet algorithmisch. Wenn die Intuition des Anwenders die Variable ist, muss das System dennoch eine stabile Plattform bieten.

In meinem Ringbuch habe ich eine Sektion für das 'Glossar-Audit'. Viele Anbieter nutzen Begriffe aus der Quantenphysik, als wären es Werbeslogans. Ich streiche das meistens trocken an. Wenn jemand 'Verschränkung' schreibt, aber eigentlich nur 'Zusammenhang' meint, gibt das Punktabzug in meiner Bewertungsskala. Irene schmunzelt manchmal, wenn sie mich mit dem Lineal und dem Bleistift über den Ausdrucken sitzen sieht. Sie sagt dann: 'Karl, es ist keine Stellwerksprüfung.' Aber für mich ist es das eben doch. Es ist die Prüfung der Plausibilität in einem Bereich, der oft von Scharlatanen bevölkert wird. Ich bin kein Arzt und kein Heilpraktiker — ich habe null medizinische Ausbildung. Aber ich kann ein Benutzerhandbuch von einer Werbebroschüre unterscheiden.

Blick aus dem Arbeitszimmer auf die beleuchtete Turmbergbahn in Karlsruhe-Durlach bei Dämmerung.

Fazit eines pensionierten Entwicklers

Vor ein paar Wochen habe ich die letzte große Auswertung für das erste Halbjahr 2026 abgeschlossen. Mein Fazit ist nüchtern, aber positiv: Die Radionik ersetzt keinen Besuch bei der Rheuma-Ambulanz oder die professionelle Schmerztherapie. Das wäre eine gefährliche Fehlannahme. Aber sie bietet ein Werkzeug zur Selbstwirksamkeit. Anstatt passiv auf die nächste 'Abwarten'-Empfehlung der Neurologin zu hören, haben wir ein System, mit dem wir arbeiten können. Das raue Geräusch der Registerkarten aus Karton beim Umblättern im Ringbuch, während die Schreibtischlampe den Staub in der Arbeitsecke beleuchtet, gibt mir ein Gefühl von Struktur in einer unklaren Situation.

Ich habe gelernt, dass die methodische Skepsis mein wichtigstes Werkzeug ist. Ich vertraue heute meinen Excel-Tabellen und den Radionik-Notizen mehr als vagen Versprechen, weil ich die Daten selbst erhoben habe. Wenn ein Modul nach 12 Minuten nichts liefert, fliegt es raus. Wenn eine Rate über drei Wochen eine Korrelation mit Irenes Wohlbefinden zeigt (ohne dass ich sie täglich danach frage), dann bleibt sie im Protokoll. Es ist ein iterativer Prozess, genau wie die Optimierung einer Signalschaltung. Man tastet sich an die Lösung heran, Schritt für Schritt, ohne den Blick für das gesamte System zu verlieren. Wer chronische Schmerzen hat, sollte den Mut haben, Daten zu sammeln — aber auch den Verstand besitzen, die Messinstrumente mal beiseite zu legen, um dem System Raum zur Selbstregulation zu geben.

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