
Ein Holzkasten mit Kupferplatten und Drehreglern kostet leicht das Zehnfache einer Softwarelizenz für Heimanwender, und beide behaupten am Ende, denselben Zweck zu erfüllen: die Auswertung von Radionik-Raten. Genau diesen Vergleich habe ich mir vorgenommen, klassische Geräte neben die Bildschirmmasken zweier Software-Programme gelegt, dazu den Videokurs, der die Software überhaupt erst erklärbar macht. Radionik-Software wirkt nüchterner als ein Kasten mit Zeigern und Drehreglern, aber ob sie deshalb die bessere Wahl ist, lässt sich nur mit Zahlen klären, nicht mit Bauchgefühl.
Zwei Jahre vergleiche ich inzwischen Radionik-Kurse und -Software wie technische Prüflinge – seit meine Frau Irene im Januar 2023 die Diagnose Fibromyalgie bekommen hat und wir nach einer langen Ärzte-Odyssee begonnen haben, alternatives Schmerzmanagement systematisch zu sichten. Vorher hatten wir es unter anderem mit einem Stretching-Programm von YouTube versucht, sechs Wochen lang, dann abgebrochen, weil sich an Irenes Beweglichkeit nichts Messbares änderte. Dieser Text handelt aber nicht von ihrer Diagnose, sondern von Software-Architektur, Modulzahlen und Kosten pro Stunde, aus reiner Ingenieurs-Perspektive. Bevor es an die Zahlen geht: Der Beitrag enthält Affiliate-Links, über die ich bei einem Kauf eine Provision bekomme, ohne dass sich dein Preis ändert – und ich bin Ingenieur, kein Arzt oder Heilpraktiker, was für die folgenden Absätze wichtig ist.
Holzkasten oder Software: was sich für Heimanwender rechnet
Klassische Radionik-Geräte – Holzkästen mit Kupferplatten und mechanischen Drehreglern – bewegen sich preislich oft im mittleren vierstelligen Bereich. Das ist ein Betrag, bei dem mein Taschenrechner-Reflex sofort blockiert, zumal ein Heimanwender mit begrenztem Budget selten die Werkstatt-Erfahrung hat, um so ein Gerät überhaupt zu kalibrieren. Software wie MeineRadionik kostet einen Bruchteil davon und lässt sich beliebig oft neu konfigurieren, ohne dass ein Potentiometer nachjustiert werden muss. Der Nachteil liegt auf der Hand: Ein Bildschirm vermittelt keine Haptik, und wer lieber an einem Regler dreht als durch Menüs zu klicken, wird mit der Software nicht warm.
Wie genau sich eine Software-Oberfläche im Alltag anfühlt – vom ersten Klick bis zum ersten Ergebnis – ist noch mal ein eigenes Thema, das ich an anderer Stelle ausführlicher aufgeschlüsselt habe; hier reicht die Beobachtung, dass die Lernkurve bei Software steiler ausfällt als bei einem Kasten mit vier Reglern.

Der Premium-Videokurs als Einstiegs-Dokumentation
Um die Software überhaupt sinnvoll bedienen zu können, habe ich mir zuerst den MeineRadionik Premium Videokurs zugelegt. Der Aufbau erinnert an eine technische Dokumentation: zwölf Hauptmodule plus drei Anhang-Kapitel, insgesamt rund vierzehn Stunden Videomaterial. Bei 197 Euro Kaufpreis ergibt das etwa vierzehn Euro pro Modulstunde – ein Wert, den ich mir grundsätzlich für jeden Kurs notiere, bevor ich mir ein Urteil erlaube.
Ganz durchgehalten habe ich nicht jedes Modul. Modul 3 habe ich bei Minute 12 abgebrochen, weil die Herleitung dort ins rein Metaphysische abdriftete, ohne dass eine nachvollziehbare Struktur folgte. Modul 7 habe ich nach 18 Minuten übersprungen, weil der Inhalt für Irenes konkrete Situation ohne Bezug war. Trotzdem: Ohne diesen Kurs hätte ich die Menüstruktur der Software vermutlich als schlecht gebaut abgetan, statt zu erkennen, dass sie einem bestimmten Lehrplan folgt. Wer die Modul-für-Modul-Aufschlüsselung genauer lesen will, findet sie in meinem ausführlichen Test zum Premium Videokurs.
MeineRadionik und EasyRadionik: gleicher Vendor, andere Oberfläche
Legt man die beiden Software-Titel nebeneinander, fällt der Interface-Unterschied sofort auf. MeineRadionik zeigt vierzehn Menüeinträge im Hauptmenü; ich habe bei meinem ersten Testlauf exakt zwölf bis vierzehn Klicks gebraucht, bis ein Radionik-Vorgang ohne Fehlermeldung durchlief. EasyRadionik reduziert das Hauptmenü auf sieben Einträge, das Glossar bleibt mit 34 Begriffen schmal, reicht für den schnellen Einstieg aber aus.
Beide Programme stammen vom selben Vendor, kohnlesoft, und wenn ich die Funktionslisten nebeneinanderlege, decken sie sich nach meiner Einschätzung zu etwa 80 Prozent – ein Fall, in dem Material 1, der Videokurs, und Material 2, die einfachere Software, sich nicht komplett widersprechen, aber auch nicht sauber ineinandergreifen. Ob man zuerst den Videokurs oder gleich eine der beiden Softwarelösungen kaufen sollte, ist noch mal eine eigene Abwägung, die über diesen Hardware-Software-Vergleich hinausgeht.
Liesbeth aus dem Nachbarhaus hat in der vergangenen Woche wieder eine Schüssel Linsensuppe vorbeigebracht, ungefragt wie immer, während ich gerade die Menüpunkte der beiden Programme durchzählte. Kurz danach kam Irene dazu und griff nach ihrem eigenen Ordner, dem mit den Unterlagen aus der Rheuma-Ambulanz, ohne das kurze Zögern, das in den Monaten davor oft dazugehörte. Ob das mit einem der Kurse zusammenhängt, kann ich nicht beurteilen – dafür bin ich der falsche Gutachter, das gehört in die Neurologie und nicht in meine Notizen.
Kosten pro Modulstunde selbst nachrechnen
Wer selbst nachrechnen will: Der Premium-Videokurs liegt bei 197 Euro für rund vierzehn Stunden Material, macht etwa vierzehn Euro pro Modulstunde. MeineRadionik und EasyRadionik liegen als Software preislich dicht beieinander, beide ohne Stundenangabe, weil es sich um Werkzeuge und nicht um Lehrmaterial handelt, das sich in Stunden messen ließe. Eine ausführlichere Aufschlüsselung, was ein Modul in dieser Nische überhaupt kosten darf, findest du in meinem Preisvergleich für Privatanwender.
Innerhalb der Software lassen sich eigene Raten-Datenbanken anlegen; wie man so eine Datenbank systematisch aufbaut, ist ein eigenes Thema, das den Rahmen dieses Hardware-Software-Vergleichs sprengen würde.
Fazit: Zwei Software-Pakete, ein Videokurs als Fundament
Nach zwei Jahren mit drei verschiedenen Radionik-Angeboten fällt mein Fazit nüchtern aus: Für Heimanwender ist softwarebasierte Radionik am PC die wirtschaftlich vertretbarere Lösung, klassische Geräte bleiben eher etwas für Leute mit größerem Budget und einer Vorliebe für Drehregler. Der MeineRadionik Premium Videokurs hat sich für uns als notwendiges Fundament erwiesen, um die Software-Oberflächen überhaupt sinnvoll zu bedienen – ohne die Modul-Erklärungen wäre die Menüstruktur für mich reine Vermutung geblieben.
Irene geht es nicht grundlegend anders als vor der Recherche, eine Wunderheilung habe ich auch nie erwartet – aber das systematische Dokumentieren gibt uns beiden das Gefühl, ein unübersichtliches Thema wenigstens strukturiert angegangen zu haben, statt hilflos vor der Diagnose zu stehen. Wer sich fragt, wie man an ein Thema wie Radionik überhaupt methodisch herangeht, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren, findet dazu mehr in meinem Artikel Radionik lernen für Ingenieure: Datenanalyse statt Esoterik in der Praxis.