
12 Hauptmodule plus 3 Anhang-Kapitel, rund 14 Stunden Gesamtlaufzeit, ein Preis von 197 Euro. Das sind die nackten Eckdaten des MeineRadionik Premium Videokurses, bevor irgendein Verkaufstext dazwischenfunkt. Wer Radionik lernen will, um eine alternative Schmerztherapie neben Irenes laufender Behandlung in der Rheuma-Ambulanz zu prüfen, bekommt hier die Rohdaten aus der Modul-Auswertung, nicht das Werbeversprechen.
Kurzer Hinweis vorweg, bevor es in die Zahlen geht: Das hier sind private Beobachtungen eines Ingenieurs im Ruhestand, kein ärztlicher oder heilpraktischer Rat. Der Text enthält Affiliate-Links (Werbung) — kaufst du über einen dieser Links einen Kurs oder eine Software, bekomme ich eine Provision, am Preis für dich ändert das nichts. Bewertet wird nur, was ich selbst gekauft und mindestens ein Modul vollständig durchgearbeitet habe. Radionik ersetzt weder einen Arztbesuch noch eine evidenzbasierte Therapie bei Fibromyalgie oder anderen chronischen Schmerzen, und Irene bleibt parallel in der Rheuma-Ambulanz in Behandlung — für mich nicht verhandelbar.
MeineRadionik Premium Videokurs im Test: die Kennzahlen zuerst
Der MeineRadionik Premium Videokurs kostet 197 Euro und ist in 12 Hauptmodule plus 3 Anhang-Kapitel unterteilt, bei einer Gesamtlaufzeit von rund 14 Stunden — das ergibt etwa 14 Euro pro Modulstunde, eine Zahl, die ich mit dem alten Taschenrechner selbst nachgerechnet habe, weil ich Herstellerangaben grundsätzlich gegenprüfe. Den vollständigen Euro-Vergleich pro Modulstunde über alle drei Angebote hinweg ziehe ich an anderer Stelle sauber durch; hier bleibt es bei den Werten des Premium-Kurses selbst. Inhaltlich geht es um Radionik als Analyse- und Dokumentationsmethode, nicht um ein Heilverfahren, und genau so behandelt der Kurs das Thema auch.
Der Anstoß für den ganzen Ordner lässt sich auf einen Nachmittag in der Rheuma-Ambulanz zurückführen — nicht der erste Besuch dort, sondern schon der dritte innerhalb eines Jahres, und ein Gespräch am Rand des Wartebereichs, das mich auf radionische Angebote gebracht hat. Wie aus diesem Nachmittag eine systematische Recherche wurde, erzähle ich an anderer Stelle ausführlicher. Irene selbst kommentiert meine Auswertungen selten — neulich sah sie kurz auf den Bildschirm, als ich die Modul-Zahlen notierte, und meinte nur, das sehe nach mehr Tabellenarbeit aus als nach ihrer Fibromyalgie. Ganz unrecht hat sie damit nicht.

Wie ist der Kurs aufgebaut?
Statt gleich mit dem Senden von Raten loszulegen, beginnt der Kurs mit der Systemeinrichtung — nicht unähnlich einer Regressionsanalyse: Stimmt die Kalibrierung nicht, ist das Ergebnis wertlos. Modul für Modul führt er durch die Installation der MeineRadionik Software, die separat erworben werden muss, und erklärt die Bedienoberfläche in eigenen Video-Einheiten. Wie sich die Klickpfade der beiden Softwaretitel im Detail unterscheiden, dokumentiere ich Schritt für Schritt an anderer Stelle; hier reicht der Hinweis, dass ich für die ersten Schritte ohne Vorwissen zwölf bis vierzehn Klicks gebraucht habe, bis überhaupt ein Vorgang lief. Genau diese Hürde nimmt der Videokurs einem ab.
In den Modulen 4 bis 6 geht es um die manuelle Eingabe von Raten, statt automatisierte Voreinstellungen zu übernehmen — was eine Rate im radionischen Sinn genau ist und wie man sie in einer Datenbank nachschlägt, spare ich mir hier bewusst aus, das behandle ich andernorts ausführlich. Wer sich vorher schon mit Radionik Software für Einsteiger beschäftigt hat, erkennt den Unterschied schnell: Manuelle Einstellungen haben eine steilere Lernkurve, ermöglichen dafür eine präzisere Individualisierung. Wer nur auf Start drücken will, braucht diesen Kurs nicht. Wer verstehen will, warum eine bestimmte Rate gewählt wird, schon.
Abbruchstellen erkennen, bevor du kaufst
Redundanzen fallen mir als Ingenieur schnell auf. Modul 3 habe ich bei Minute 12 abgebrochen — zu theoretisch, zu viele Wiederholungen ohne neue Information. Modul 7, das tiefere Analyse-Ebenen behandelt, habe ich nach 18 Minuten gestoppt, weil die Erklärungen zunehmend ins Metaphysische abdrifteten, ohne eine technische Erdung anzubieten. Beide Passagen stehen in meinem Ringbuch unter „nicht verifizierbar". Meine Faustregel dabei ist simpel: Liefert eine Erklärung nach den ersten zehn Minuten keine überprüfbare Aussage mehr, sondern nur noch eine Gefühlsbeschreibung, ist das ein Abbruchkandidat — unabhängig davon, wie sympathisch der Sprecher im Video ist. Von den rund 14 Stunden Gesamtlaufzeit bleibt trotz dieser beiden Lücken genug Material übrig, und das ist inhaltlich dicht genug, um den Ordner zu füllen.
Ruprecht Kämmerer, mit dem ich in der Signaltechnik-Abteilung am Rheinhafen zusammengearbeitet habe, hätte an dieser Stelle nach einem IEC-Norm-Verweis gefragt. Den bekommt er nicht, und das sage ich ihm auch so, wenn wir telefonieren. Für mich zählt trotzdem, ob eine Methode reproduzierbare Beobachtungen liefert, auch ohne genormte Referenz — und genau daran messe ich die drei Angebote im Vergleich.
Drei Radionik-Angebote im Vergleich
Drei nennenswerte Radionik-Angebote finden sich auf DigiStore24. Die folgende Tabelle stellt sie nebeneinander:
| Produkt | Typ | Module/Umfang | Preis (ca.) | Bewertung (Ing.-Skala) |
|---|---|---|---|---|
| MeineRadionik Premium | Videokurs | 12 Module + 3 Anhänge | 197 EUR | 1.8 (Gut) |
| MeineRadionik | Software | Interface-Tool | 179 EUR | 2.1 (Befriedigend) |
| EasyRadionik | Software | Reduziertes Tool | 169 EUR | 2.4 (Ausreichend) |
Die Software EasyRadionik ist zwar etwas günstiger, aber das Hauptmenü zeigt nur sieben statt vierzehn Einträge. Für jemanden, der eine detaillierte Toleranzkette abbilden will, ist das zu wenig. Zudem hat das Glossar dort nur 34 Einträge — das reicht kaum, um komplexe, sich überlagernde Schmerzzustände differenziert zu erfassen. Ob der Einstieg eher über den Videokurs oder direkt über eine der beiden Softwarelösungen sinnvoller ist, rechne ich an anderer Stelle im Detail durch.

Lohnt sich der Premium-Kurs für dich?
Im deutschsprachigen Radionik-Forum hat sich einmal ein Rentner aus dem Raum Freiburg gemeldet, Ottfried Bömmel, nachdem ich dort etwas zu Modullängen gepostet hatte. Er gibt Kauftipps gern und häufig — nur eben ohne Preisvergleich und ohne jede Zeitangabe, was für jemanden, der Lastenhefte gewohnt ist, kaum als Empfehlung taugt. Genau deshalb bleibe ich bei Zahlen: Modulanzahl, Gesamtpreis, Preis pro Modulstunde, abgebrochene Minuten.
Wer einen strukturierten Einstieg sucht und bereit ist, sich durch die Modulstruktur zu arbeiten, findet im MeineRadionik Premium Videokurs ein solides Lastenheft — vorausgesetzt, man akzeptiert den Preis und die beiden schwächeren Module. Ausdauer sollte man mitbringen, die Lernkurve ist kein Sprint, eher ein Schienenersatzverkehr: mühsam, aber man kommt an. Wenn du unsicher bist, welche Hardware du für die Software brauchst, schau dir meine Kaufberatung für PC-Anforderungen an, bevor du investierst.
Radionik bleibt für mich im Kern ein Werkzeug zur Datenanalyse in einem System, das ich nicht vollständig verstehe, und daran ändert auch der beste Videokurs nichts. Skeptisch bleibe ich bei jedem Heilungsversprechen; die Methode selbst nehme ich trotzdem ernst genug, um sie sauber zu dokumentieren. Für Irene und mich ersetzt das systematische Vorgehen nicht die Rheuma-Ambulanz, aber es ersetzt die Ohnmacht durch etwas, das sich wenigstens nachzählen lässt.