
Draußen am Turmberg-Liftschacht brennt die Abendsonne noch auf die Schienen, aber hier drinnen im Reihenhaus ist es angenehm kühl. Es ist Freitagabend, kurz nach acht, und ich habe mein A4-Ringbuch wieder aufgeschlagen. Neben mir steht die abgegriffene Karlsruhe-SC-Tasse, der Tee ist mittlerweile lauwarm. Irene sitzt im Nebenzimmer, sie hat den Fernseher heute aus gelassen und liest lieber – ein gutes Zeichen, denn an schlechten Tagen reicht die Konzentration dafür nicht. Ich habe die letzten 13 Wochen damit verbracht, den MeineRadionik Premium Videokurs in seine Einzelteile zu zerlegen, so wie ich früher bei Siemens Mobility im Rheinhafen die Lastenhefte für Stellwerksoftware geprüft habe. Wenn man 32 Jahre lang Signaltechnik für Regionalbahnen entwickelt hat, dann fängt man nicht einfach an zu 'glauben'. Man sammelt Daten.
Die Systemanalyse: Was steckt im Paket?
Bevor ich die erste Minute Video gestartet habe, wurde eine Bestandsaufnahme gemacht. Der Kurs umfasst 42 Module mit einer Gesamtlaufzeit von etwa 540 Minuten. Bei einem Anschaffungspreis von 297,00 Euro auf DigiStore24 landen wir bei einem Preis von exakt 7,07 Euro pro Modulstunde. Das ist ein fairer Tarif, wenn man bedenkt, dass man hier keine oberflächliche Powerpoint-Präsentation bekommt, sondern eine tiefgehende Anleitung für die Software. Das Interface ist übersichtlich: Vom Login bis zum Start des ersten Lernvideos habe ich genau vier Interface-Klicks gezählt. Das ist eine Usability, die ich mir bei so mancher Siemens-internen Softwarelösung gewünscht hätte.
Mein Ringbuch hat mittlerweile ein eigenes Register für diesen Kurs. Ich habe die Videos nicht einfach nur konsumiert, sondern wie ein Abnahmeprotokoll behandelt. Was wird behauptet? Was ist messbar? Wo verlässt der Dozent den Boden der Logik? Für einen Ingenieur ist Radionik erst einmal ein System aus Eingangsgrößen, Algorithmen und Ausgangssignalen. Dass die Hardware hier ein Zufallsgenerator auf Basis von weißem Rauschen ist, akzeptiere ich als technische Schnittstelle – ähnlich wie ein Sensor, der physikalische Zustände in digitale Werte übersetzt.

Schritt 1: Initialisierung und die Krux mit dem Foto

Der Einstieg im Kurs ist angenehm sachlich. Es geht um die Erstellung des Profils. Im radionischen Jargon nennt man die Person, die analysiert wird, oft den 'Prüfling' – ein Begriff, der mir aus der Qualitätssicherung sehr vertraut ist. Irene ist also mein Prüfling. Der Kurs erklärt in den ersten Modulen (Durchschnittslänge 12,5 Minuten), wie man ein digitales Foto korrekt in die Datenbank einpflegt. Wichtig ist hier die 'Synchronisation'. Man muss verstehen, dass das Foto nicht nur ein Bild ist, sondern ein Datensatz, der eine Verbindung zum Informationsfeld herstellen soll.
Ich habe hier einen wichtigen technischen Hinweis für alle, die ähnlich ticken wie ich: Man sollte nicht versuchen, die Bildqualität ins Unendliche zu schrauben. Die Software braucht keine 40-Megapixel-Datei, sondern eine klare, aktuelle Repräsentation. In der Signaltechnik arbeiten wir auch mit reduzierten Datensätzen, um die Systemlast gering zu halten. Ein Glossar mit 124 Einträgen hilft dabei, die Begrifflichkeiten zu sortieren. Von 'Abstimmknopf' bis 'Zeitschleife' ist alles dabei, auch wenn ich bei manchen Definitionen meine Stirn in Falten legen musste.
Schritt 2: Die Analysephase – Messfehler vermeiden
In Modul 3 geht es ans Eingemachte: Die Analyse. Hier zeigt sich, ob man als Anwender Geduld hat. Der Kurs suggeriert an manchen Stellen, man könne die Analyse beliebig oft wiederholen. Aus meiner Erfahrung der letzten Monate – ich dokumentiere Irenes Werte seit März 2024 – warne ich vor diesem Vorgehen. Wer zu oft misst, misst nur noch das Rauschen der eigenen Erwartungshaltung. Ich habe das Intervall auf alle drei Tage festgelegt. Das ist wie bei einer Regressionsanalyse: Man braucht genug Datenpunkte über einen längeren Zeitraum, um einen Trend von einer Eintagsfliege zu unterscheiden.
Ein kritischer Moment in meiner Dokumentation war Modul 21, 'Intuitive Ratenfindung'. Ich habe das Video nach genau 08:45 Minuten abgebrochen. Der Dozent verlor sich dort in Erklärungen über Bauchgefühl und morphische Felder, die für mich nicht operationalisierbar waren. Wenn ich keine klaren Parameter habe, kann ich nichts prüfen. Ich habe diesen Teil übersprungen und mich stattdessen auf die softwaregestützte Automatik verlassen. Das ist reproduzierbarer und weniger fehleranfällig durch subjektive Einflüsse. Ich bin eben kein Heilpraktiker, sondern ein pensionierter Entwickler mit einer Taschenrechner-Gewohnheit.
Schritt 3: Die Besendung als Regelkreis
Nach der Analyse folgt das, was die Radionik 'Besendung' nennt. Technisch gesehen ist das die Rückführung der korrigierten Informationen in das System. In meinem Kopf visualisiere ich das als einen klassischen Regelkreis. Wir haben einen Ist-Zustand (Irenes Schmerzniveau), einen Soll-Zustand (Beschwerdefreiheit) und ein Stellglied (die Software). Ich habe Irene jeden Abend gegen 18:00 Uhr in die Besendungsliste eingetragen. Die Dauer habe ich auf 15 Minuten festgesetzt, so wie es im Kurs für chronische Zustände empfohlen wird.
Ein interessanter Datenpunkt ergab sich Ende Februar 2026. Irene kam aus der Küche und meinte beiläufig: 'Karl, ich weiß nicht, ob du da gerade wieder an deinem Kasten drehst, aber meine Beine fühlen sich heute nicht mehr wie Blei an.' Ich habe das sofort in mein Ringbuch eingetragen. Subjektives Schmerzempfinden (VAS) sank von 8/10 auf 5/10. Das ist keine Heilung, aber eine statistisch relevante Abweichung vom bisherigen Trend. Wer sich für die Unterschiede der verschiedenen Programme interessiert, kann in meinem Bericht darüber lesen, ob EasyRadionik oder MeineRadionik für den Einstieg besser geeignet ist – ich habe da beide Systeme nebeneinander auf dem Schreibtisch gehabt.
Methodik und Dokumentation im A4-Ringbuch
Ich kann es nicht oft genug sagen: Ohne Logbuch ist Radionik nur Zeitvertreib. In meinem Ringbuch habe ich für jede Woche eine neue Tabelle angelegt.
- Spalte 1: Datum und Tageszeit der Analyse.
- Spalte 2: Die drei höchsten Ausschläge in der Datenbank (z.B. Vitalität, Entzündungsparameter).
- Spalte 3: Besendungsdauer und Frequenzwiederholung.
- Spalte 4: Irenes Rückmeldung am nächsten Morgen.
In Modul 14, 'Die feinstoffliche Anatomie', bin ich bei Minute 04:22 ausgestiegen. Wenn Begriffe wie 'Aura-Reinigung' fallen, ohne dass mir jemand die Feldstärke oder die Frequenzbänder nennt, schaltet mein Ingenieursgehirn auf Standby. Ich habe diesen Teil als 'nicht prüfbar' markiert. Man muss nicht jede esoterische Herleitung schlucken, um die Software als Werkzeug zu nutzen. Ich muss auch nicht wissen, wie ein Transistor auf atomarer Ebene funktioniert, um ein Stellwerk zu programmieren. Es reicht, wenn der Ausgangsimpuls stimmt.
Ich bin natürlich kein Arzt und habe keine medizinische Ausbildung. Wenn Irene einen akuten Schub hat, führt der erste Weg immer zur Neurologin oder in die Rheuma-Ambulanz. Radionik ist für uns eine flankierende Maßnahme, ein Versuch, die Selbstwirksamkeit zu erhöhen, wenn die Schulmedizin nur noch mit den Achseln zuckt. Man sollte niemals eine notwendige Schmerztherapie abbrechen, nur weil man jetzt einen Videokurs auf dem Rechner hat. Das wäre ein grober Bedienungsfehler mit hohem Risiko.
Der Wendepunkt im März 2026
Mitte März zeigte meine Kurve im Ringbuch zum ersten Mal eine Stabilisierung. Die Amplituden der Schmerzausschläge wurden flacher. Es ist wie bei einer Signaldämpfung in einer langen Leitung: Zuerst hat man viel Rauschen, aber mit den richtigen Filtern bekommt man ein sauberes Signal. Irene wirkte am Frühstückstisch weniger steif, die morgendliche Anlaufzeit reduzierte sich merklich. Ich habe diesen Effekt in meinem Bericht über den Videokurs aus Ingenieurssicht bereits detaillierter beschrieben, vor allem was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht.
Ein wichtiger Aspekt, den der Kurs gut vermittelt: Radionik ist kein Sprint. Wer nach drei Tagen eine Wunderheilung erwartet, hat das Prinzip der feinstofflichen Information nicht verstanden. Es braucht Zeit, bis das System einschwingt. Ich vergleiche das gerne mit dem Einfahren einer neuen Lokomotive – da müssen sich die Lager auch erst über tausende Kilometer setzen, bevor man die volle Leistung abrufen kann.
Fazit der 13-Wochen-Prüfung
Der MeineRadionik Premium Videokurs ist ein solides Stück Dokumentation für ein komplexes Thema. Er ist strukturiert, technisch weitgehend nachvollziehbar und bietet genug Material für Monate der Einarbeitung. Die 42 Module führen einen sicher durch die Software-Klippen, auch wenn man – wie ich – die esoterischen Ausflüge gelegentlich überspringen muss.
Für 297 Euro erhält man ein Werkzeug, das einem hilft, die eigene Gesundheit (oder die des Partners) systematisch zu begleiten. Man wird nicht zum Wunderheiler, aber man wird zum informierten Anwender. Gestern Abend hat Irene mich gefragt, ob ich für die nächste Woche schon die Besendung programmiert habe. Das ist für mich das entscheidende Abnahmeprotokoll. Wenn die Anwenderin zufrieden ist, hat der Ingenieur seine Arbeit ordentlich gemacht. Ich klappe jetzt mein Ringbuch zu und trinke den Rest Tee. Der Turmberg-Lift hat seine letzte Fahrt für heute auch schon hinter sich.