
Die Frage, wie viele Klicks zwischen dem Kauf eines Radionik-Kurses und dem Moment liegen, in dem am Bildschirm tatsächlich das erste Video läuft, hat mich beschäftigt, seit ich mir den MeineRadionik Premium Videokurs zugelegt habe – Irenes Fibromyalgie-Diagnose war der Auslöser, nicht eine esoterische Überzeugung, sondern die ingenieurmäßige Gewohnheit, ein unklares System erst einmal zu vermessen. Dieser Erfahrungsbericht ist die Anleitung dazu, so wie ich sie mir selbst am Anfang gewünscht hätte: Schritt für Schritt, mit den Zahlen, die tatsächlich zählen.
Vier Klicks zum ersten Modul: der Blick ins Paket
Der Kurs umfasst 42 Module mit einer Gesamtlaufzeit von rund 540 Minuten, gekauft für 297 Euro auf DigiStore24 – macht 7,07 Euro pro Modulstunde, wenn man das genauso durchrechnet, wie ich früher ein Lastenheft durchgerechnet habe. Vom Login bis zum Start des ersten Lernvideos habe ich genau vier Klicks gezählt, weniger als bei mancher Siemens-internen Anwendung, an der ich mich jahrelang abgearbeitet habe. Wie sich dieser Euro-Wert gegen die anderen Kurse und die beiden Software-Titel schlägt, ist eine andere Rechnung, die an anderer Stelle im Detail steht – hier zählt erstmal nur dieser eine Kurs.
Eckhard, ein Kontakt aus Irenes Selbsthilfe-Netzwerk, hat mich neulich gefragt, ob sich der Kurs überhaupt lohnt. Er bewertet solche Angebote ohnehin wie ein Prüfer bei der Stiftung Warentest, mit Tabelle, Punkten und einem knappen Fazit am Ende, und wollte eine Zahl statt einer Meinung. Für dieses Register habe ich eine neue, nummerierte Trennlasche in mein Ringbuch eingesetzt; die Ösen schnappen dabei mit einem kleinen, fast mechanischen Klick ein, ähnlich wie der Taster an einem alten Schaltpult. Wie das Interface im Detail gegen EasyRadionik abschneidet, ist wieder eine andere Frage – hier ging es nur darum, ob ich als Neuling schnell ankomme, und die Antwort darauf war: ja.

Profil anlegen und das Foto richtig einpflegen

Der Einstieg ist sachlich gehalten: Zuerst wird ein Profil angelegt. Im radionischen Jargon heißt die Person, die analysiert wird, der 'Prüfling' – ein Wort, das mir aus der Qualitätssicherung vertraut vorkommt, auch wenn Irene bei diesem Begriff regelmäßig die Augen verdreht. Die ersten Module, im Schnitt 12,5 Minuten lang, erklären, wie man ein digitales Foto in die Datenbank einpflegt und was der Kurs 'Synchronisation' nennt: Das Foto wird dort nicht als Bild behandelt, sondern als Datensatz.
Ein technischer Hinweis für alle, die ähnlich ticken wie ich: Die Bildqualität muss nicht ins Unendliche geschraubt werden, eine klare und aktuelle Aufnahme reicht der Software völlig. Auch in der Signaltechnik arbeiten wir mit reduzierten Datensätzen, wenn es nur um Wiedererkennung geht, nicht um jedes Pixel. Das Glossar zählt 124 Einträge, von 'Abstimmknopf' bis 'Zeitschleife', und bei einigen Definitionen habe ich die Stirn in Falten gelegt, ohne dass mir das jemand übelnehmen könnte.
Wie oft darf man die Analyse eigentlich wiederholen?
Modul 3 bringt die eigentliche Analyse, und hier zeigt sich, ob man als Anwender Geduld mitbringt. Der Kurs deutet an mehreren Stellen an, man könne die Analyse beliebig oft wiederholen; aus der Erfahrung der vergangenen Wochen rate ich davon ab. Wer zu oft misst, misst am Ende nur noch die eigene Erwartungshaltung mit. Ich habe das Intervall auf drei Tage festgelegt, ungefähr wie bei einer Regressionsanalyse: Ohne genug Datenpunkte über einen längeren Zeitraum lässt sich ein Trend nicht von einer Eintagsfliege unterscheiden.
Bei Modul 21, 'Intuitive Ratenfindung', habe ich nach 08:45 Minuten abgebrochen, weil der Dozent sich in Bauchgefühl und morphischen Feldern verlor, ohne dass daraus etwas Prüfbares wurde. Welche Rate die Datenbank am Ende tatsächlich vorschlägt und wie sich das zwischen den Anbietern unterscheidet, ist ein eigenes Thema, das an anderer Stelle aufgedröselt wird – für mich zählt hier nur, dass die softwaregestützte Automatik reproduzierbarer war als das Bauchgefühl aus dem Video. Ein Prüfling braucht Parameter, keine Andeutungen, und wo die fehlen, schalte ich ab.
Die Besendung als Regelkreis: Woche vier im Ringbuch
Nach der Analyse kommt, was der Kurs 'Besendung' nennt: die Rückführung der korrigierten Information in das System. In meinem Kopf ist das ein klassischer Regelkreis – ein Ist-Zustand, ein Soll-Zustand und ein Stellglied dazwischen. Jeden Abend gegen 18 Uhr habe ich Irene in die Besendungsliste eingetragen, mit 15 Minuten Dauer, so wie es der Kurs für chronische Zustände empfiehlt.
In der vierten Woche zeigte die Kurve in meinem Ringbuch zum ersten Mal einen anderen Verlauf als in den Wochen davor. Irene kam aus der Küche und meinte beiläufig, sie wisse nicht, ob das an dem Kasten liege, an dem ich da drehe, aber ihre Beine würden sich heute nicht mehr wie Blei anfühlen. Das habe ich notiert: Der Wert auf ihrer eigenen Schmerzskala sank von 8/10 auf 5/10, was keine Heilung ist, aber eine Abweichung, die auffällt. Wer sich für die Unterschiede zwischen den Programmen interessiert, findet dazu meinen Vergleich, ob EasyRadionik oder MeineRadionik für den Einstieg besser geeignet ist.
Was die Tabellen im Ringbuch nicht zeigen
Für jede Woche lege ich eine neue Tabelle an: Datum und Tageszeit der Analyse, die drei höchsten Ausschläge in der Datenbank, Besendungsdauer und Frequenzwiederholung, dazu Irenes Rückmeldung am nächsten Morgen. Der Reiter für Woche acht steckt bis heute in meinem Ringbuch, aber die rechte Spalte mit ihrer Rückmeldung ist leer geblieben – sie hatte an dem Wochenende einen schlechten Schub und keine Lust, dazu befragt zu werden, und ein Ingenieur trägt eben keine Werte ein, die es nicht gibt. Edelgard, eine Bekanntschaft aus Irenes Recherche-Umfeld, vergleicht auf ihre Weise seit Jahren verschiedene Heilpraktiker-Methoden mit eigenen Notizen; bei mir sind es Tabellen statt Stichpunkte, aber das Prinzip ist ähnlich.
Modul 14, 'Die feinstoffliche Anatomie', habe ich bei Minute 04:22 verlassen. Wenn Begriffe wie 'Aura-Reinigung' fallen, ohne dass jemand Feldstärke oder Frequenzband nennt, schaltet mein Ingenieursgehirn auf Standby, und ich markiere das als 'nicht prüfbar'. Niemand muss jede esoterische Herleitung schlucken, um die Software trotzdem als Werkzeug zu nutzen – ich muss auch nicht wissen, wie ein Transistor auf atomarer Ebene funktioniert, um ein Stellwerk zu programmieren.
Bevor Irene überhaupt von Radionik gehört hat, hatte ihr Hausarzt ihr progressive Muskelentspannung nach Jacobson verordnet; sie hat das Programm einige Wochen durchgezogen, aber der Effekt hat sich nicht gehalten. Ich bin kein Arzt und habe keine medizinische Ausbildung, und wenn Irene einen akuten Schub hat, führt der erste Weg zur Neurologin oder in die Rheuma-Ambulanz. Radionik ist für uns eine flankierende Beobachtung, kein Ersatz für eine notwendige Schmerztherapie, und wer das verwechselt, macht einen Bedienungsfehler mit hohem Risiko.
Der Kurs ist kein Sprint
Der Kurs unterscheidet sich von einer reinen Verkaufsseite dadurch, dass er selbst sagt, dass niemand nach drei Tagen eine Wunderheilung erwarten sollte. Das System braucht Zeit zum Einschwingen, ungefähr wie eine neue Lokomotive, bei der sich die Lager erst über lange Strecken setzen müssen, bevor die volle Leistung ansteht. Diesen Effekt habe ich in meinem Bericht über den Videokurs aus Ingenieurssicht bereits ausführlicher beschrieben, vor allem was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht.
Ich habe an anderer Stelle im Detail durchgespielt, ob ein Videokurs oder gleich eine Software der bessere Einstieg ist; für dieses Register in meinem Ringbuch ging es nur um den Kurs selbst, nicht um die Alternative. Am Frühstückstisch wirkte Irene in dieser Zeit weniger steif, die morgendliche Anlaufzeit hat sich spürbar verkürzt, auch wenn ich mich hüte, daraus eine allgemeine Prognose zu machen.
Fazit nach dreizehn Wochen mit dem Radionik-Videokurs
Der MeineRadionik Premium Videokurs ist ein solides Stück Dokumentation für ein komplexes Thema, technisch weitgehend nachvollziehbar und mit genug Material für Monate der Einarbeitung. Die 42 Module führen sicher durch die Software, auch wenn man die esoterischen Ausflüge wie ich gelegentlich überspringen muss – und die Antwort auf die Frage vom Anfang lautet: vier Klicks, keine Wochen, trennen dich vom ersten Video, sobald der Kauf erledigt ist.
Für 297 Euro bekommt man ein Werkzeug, das hilft, die eigene Gesundheit oder die des Partners systematisch zu begleiten, ohne dass daraus ein Heilsversprechen wird. Wer selbst einsteigen will, nimmt aus meinen dreizehn Wochen vor allem eins mit: Das Intervall der Analyse lieber zu weit als zu eng setzen, jede Woche trotzdem dokumentieren, auch wenn eine Spalte mal leer bleibt, und kein Modul zu Ende schauen, das keine prüfbaren Parameter liefert. Gestern hat Irene gefragt, ob die Besendung für die nächste Woche schon programmiert ist – für mich das eigentliche Abnahmeprotokoll: Wenn die Anwenderin zufrieden ist, hat der Ingenieur seine Arbeit ordentlich gemacht.