
Vier Interface-Schritte, sieben Minuten Installationszeit – mehr braucht die EasyRadionik-Software nicht, bis das Dashboard zum ersten Mal offen vor mir steht. Für eine Radionik-Software, die im Fibromyalgie-Management meiner Frau eine unterstützende Rolle spielen soll, ist das aus meiner Ingenieurs-Perspektive kein Nebensatz, sondern die erste Prüfbedingung. Der Unterschied, der im Alltag der Heimanwendung tatsächlich zählt, liegt aber nicht bei der Installation, sondern bei der Frage, ob man die Besendung manuell startet oder einfach durchlaufen lässt.
Radionik-Software im Alltag: Was die Datenbank mitbringt
Herzstück der Anwendung sind die sogenannten Raten – für einen Ingenieur schlicht Zielwerte in einem Lastenheft. Was eine Rate technisch bedeutet und wie die Datenbank dahinter aufgebaut ist, habe ich in einem eigenen Vergleich der Raten-Datenbanken ausführlicher aufgedröselt; hier reicht der Hinweis, dass die Liste mehrere tausend Einträge umfasst. Der haptische Eindruck am Bildschirm bleibt sachlich, fast wie ein altes Windows-Tool – keine schwebenden Symbole, keine Animation, nur Eingabefelder und Listen. Das kommt meiner Arbeitsweise entgegen.
Für Irene habe ich ein eigenes Profil angelegt und die Datenbank nach Begriffen durchsucht, die zu ihrer Fibromyalgie-Diagnose passen. Wie genau diese Diagnose mich überhaupt zum ersten Testlauf mit der Software gebracht hat, steht in einem separaten Eintrag – hier soll es um die Funktionen gehen, nicht um die Vorgeschichte. Ob man für den Einstieg gleich zur Software greift oder erst einen Videokurs durchgeht, ist wiederum eine andere Rechnung, die ich an anderer Stelle im Detail aufgemacht habe. Dabei dokumentiere ich meine Radionik-Erfahrungen bei chronischen Schmerzen systematisch, damit aus einem Bauchgefühl irgendwann eine belastbare Korrelation zwischen Software-Einsatz und Irenes Rückmeldung wird – oder eben nicht.

Manuell starten oder durchlaufen lassen?
Ein Kernfeature der Software ist die sogenannte Besendung. Ich wähle eine oder mehrere Raten aus – etwa für Muskelentspannung oder das vegetative Nervensystem – und lege eine Dauer fest, meistens fünfzehn Minuten. Ein Fortschrittsbalken zeigt den Verlauf bis hundert Prozent, und wenn er durchläuft, ohne dass etwas hakt, verspüre ich das gleiche knappe Nicken, das früher ein sauberer Signaltest am Rheinhafen-Gelände ausgelöst hat.
Zwei Betriebsarten stehen sich hier gegenüber, und sie unterscheiden sich deutlicher, als es das Handbuch darstellt. Variante eins: die Besendung manuell starten, dabei kurz innehalten, den Balken beobachten und danach bewusst wieder abschalten. Variante zwei: die Software im Hintergrund durchlaufen lassen, wie eine automatische Zugsteuerung, bei der der Lokführer in der Kabine eingeschlafen ist. Nach meiner Beobachtung – und das ist ausdrücklich Irenes subjektive Rückmeldung an einzelnen Tagen, keine allgemeingültige Aussage über Fibromyalgie – fällt die Wirkung bei der ersten Variante klarer aus. Bei der zweiten verliert man, so mein Eindruck, den bewussten Kontakt zum eigentlichen Zielobjekt; man merkt nicht mehr, wenn die Parameter weglaufen, ähnlich wie bei einer Toleranzkette im Maschinenbau, die sich unbeobachtet über die Zeit aufsummiert.
Der Preis pro Modulstunde bleibt moderat, das Videomaterial nicht immer
Was das Ganze kostet, lässt sich nicht seriös ohne Modulzahl und Stundenrahmen sagen; wie ich diese Rechnung softwareübergreifend aufziehe, führe ich in einem eigenen Preisvergleich für Privatanwender aus. Für EasyRadionik allein komme ich auf etwa zwölf Euro pro Modulstunde, was ich im Vergleich zu einem Vor-Ort-Seminar für moderat halte.
Im Videomaterial dazu gibt es allerdings Passagen, die ich schlicht überspringen muss. In Modul 2, bei Zeitstempel 18:40, driftet die Erklärung Richtung kosmische Harmonien ab, ohne dass ein einziger Frequenzbereich benannt wird. Das habe ich im Ringbuch mit einem roten N.N. markiert – nicht nachvollziehbar, keine Messgröße, kein Bezug zu irgendeiner Regressionsrechnung. An den harten Fakten der Bedienung halte ich mich lieber: Um eine neue Rate in die Liste aufzunehmen, braucht es genau sechs Klicks, nicht mehr. Wie sich diese Klickzahl gegenüber MeineRadionik verschiebt, habe ich im Vergleich von EasyRadionik und MeineRadionik für Anfänger aufgeschlüsselt.
Die Frage am Frühstückstisch
Samstagmorgen, beim Frühstück, hat Irene mich gefragt, worin sich die beiden Programme eigentlich unterscheiden, und ich merkte, dass ich keine kurze Antwort parat hatte. Genau diese Lücke zwischen seit Monaten benutzen und in drei Sätzen erklären können war für mich der Anlass, die Funktionen einmal sauber gegenüberzustellen, statt sie nur nebeneinander zu bedienen.
Klarstellen möchte ich an dieser Stelle trotzdem: Ich bin weder Arzt noch Heilpraktiker und habe keine medizinische Ausbildung. Irene ist weiterhin in der Rheuma-Ambulanz in Behandlung und nimmt ihre Termine bei der Neurologin wahr. Die Radionik-Software ist für mich ein ergänzendes Beobachtungswerkzeug, kein Ersatz für diesen Weg – bei ernsthaften Beschwerden gehört die Schulmedizin an erste Stelle, nicht der Rechner auf dem Schreibtisch.
Am Ende zählt, wie bewusst man das Werkzeug bedient
Meine Routine an solchen Abenden bleibt ein festes Abnahmeprotokoll: die handschriftlichen Einträge aus Irenes Schmerztagebuch mit den Sende-Logs der Software abgleichen, die Datenbank auf neue Raten prüfen und die Notizen anschließend von Hand ins Ringbuch übertragen. Diese Reinzeichnung mit dem Füllfederhalter ist kein nostalgisches Beiwerk, sondern der Moment, in dem mir aus den Rohdaten auffällt, was in der Software allein untergegangen wäre.
Für die Heimanwendung leite ich daraus eine klare Regel ab, keine unverbindliche Empfehlung: Wer die Besendung bewusst und mit Unterbrechungen startet, behält die Kontrolle über die eigene Beobachtung und merkt, wenn sich etwas verschiebt – dafür würde ich die manuelle Variante wählen. Wer die Software nur als Dauerlauf im Hintergrund laufen lassen will, weil die Zeit für die manuelle Bedienung fehlt, sollte sich zumindest bewusst sein, dass genau diese Beobachtungsfunktion dabei verloren geht. Eine Heilung liefert keine der beiden Varianten, und das habe ich auch nie behauptet. Es bleibt ein Werkzeug mit Lernkurve in den ersten Stunden, danach Routine – und solange Irene das Gefühl hat, dass diese Abende an diesem Werkzeug ihr etwas bringen, bleibt es bei uns im Einsatz.