
Wie viele Klicks trennen einen Radionik-Neuling vom ersten funktionierenden Vorgang, und macht der Name "Easy" bei EasyRadionik dabei überhaupt einen Unterschied? Wer zum ersten Mal Radionik-Software vergleicht, geht meistens von der Annahme aus, dass die einfachere Variante automatisch weniger kann als die große Version. Diese Annahme halte ich, aus meiner Ingenieurs-Perspektive und mit den Daten, die ich seit zwei Jahren zur alternativen Schmerztherapie meiner Frau sammle, für einen Irrtum. Genau den will ich vor den eigentlichen Zahlen gerade rücken.
Bevor es weitergeht: Ich bekomme eine Provision, wenn du über einen der Links hier kaufst, ohne dass sich dein Preis ändert - die vollständige Offenlegung steht unten verlinkt. Ich bin kein Heilpraktiker und kein Mediziner, sondern pensionierter Entwicklungsingenieur, und der Auslöser für die ganze Vergleichsserie ist Irenes Fibromyalgie-Diagnose, deren Geschichte an anderer Stelle steht.
Bedeutet "Easy" bei EasyRadionik automatisch weniger Funktion?
Der Mythos hält sich hartnäckig: Eine "einfache" Version einer Software kann automatisch weniger als die große Version. Bei EasyRadionik und MeineRadionik stimmt das so nicht. Beide stammen vom selben Entwickler, Kohnlesoft, und meine Featurelisten-Analyse ergab eine Deckungsgleichheit von rund 80 Prozent unter der Haube. Der Unterschied liegt nicht in der Rechenleistung oder im Funktionsumfang, sondern allein in der Menüführung.
Als ich das Edelgard Neufang erzählt habe, einer Bekannten aus Irenes Recherche-Umfeld, wollte sie als Erstes wissen, worauf diese 80 Prozent eigentlich beruhen. Eine Reflexreaktion, die bei ihr offenbar so ziemlich jede Behauptung auslöst. Die Antwort ist unspektakulär: ein Punkt-für-Punkt-Abgleich der Funktionslisten beider Anbieter, keine Schätzung.

Menüstruktur und Klickpfad im direkten Vergleich
Ich habe die Interface-Schritte gezählt, weil sich Aussagen über "Bedienfreundlichkeit" schlecht nachprüfen lassen, Klickzahlen dagegen schon. Bei MeineRadionik brauche ich für den ersten Radionik-Vorgang zwischen zwölf und vierzehn Klicks, verteilt auf ein Hauptmenü mit vierzehn Einträgen. EasyRadionik reduziert dieses Hauptmenü auf genau sieben Einträge, eine Halbierung der primären Entscheidungsknoten, aber eben keine Halbierung der Funktionen. Was am Ende in der Raten-Datenbank hinterlegt ist, aus der beide Programme schöpfen, ist ein eigenes Thema, das ich an anderer Stelle ausrolle.
Irene hat mich neulich gefragt, wie viele Klicks es eigentlich braucht, bis überhaupt eine Analyse steht. Typisch für sie, sie denkt in Aufwand, nicht in Funktionsumfang. Mit sieben Menüpunkten statt vierzehn kommt sie inzwischen alleine zurecht, wenn sie selbst etwas ausprobieren will, und genau das ist der eigentliche Unterschied zwischen den beiden Programmen: Bedienaufwand, nicht Leistungsfähigkeit.
Das Glossar markiert die eigentliche Grenze
Wo die Vereinfachung tatsächlich etwas kostet, ist nicht die Bedienung, sondern das Vokabular. Ich bin einmal auf Seite vierzehn des Glossars nach einem Begriff aus der instrumentellen Biokommunikation gesucht, der dort schlicht nicht aufgeführt war. Das Glossar der Easy-Variante kommt auf 34 Einträge, für ein technisches System eine eher knappe Ausstattung. Wer tiefer einsteigen will als das reine Bedienen der Oberfläche, stößt hier an eine echte Grenze, keine künstliche Beschränkung, sondern einen tatsächlichen Dokumentationsunterschied zwischen beiden Produkten.
Vom Hauptmenü zum ersten Radionik-Vorgang durchklicken
Für eine fundierte Einordnung der Menüführung lohnt sich ein Blick in den MeineRadionik Premium Videokurs, der beide Softwaresysteme mit zwölf Hauptmodulen auf rund 14 Stunden Gesamtlaufzeit erklärt. Beim Durchklicken der Video-Module über die Kurs-Navigation hört man vor allem das Kratzen des eigenen Mausrads, ein nüchterner Hinweis darauf, wie viele Module man in wenigen Minuten überspringt, bevor überhaupt Inhalt kommt. Modul 3 habe ich bei Minute 12 abgebrochen, weil mir die Herleitung zu langatmig wurde. An der Stelle will ich die Klickfolge sehen, nicht die Einleitung dazu hören. Modul 7 habe ich nach 18 Minuten übersprungen, aus demselben Grund. Was blieb, war trotzdem brauchbar: eine Schritt-für-Schritt-Erklärung, wie man von den sieben beziehungsweise vierzehn Hauptmenüpunkten zum ersten abgeschlossenen Vorgang kommt, ohne sich in Untermenüs zu verlaufen. Was das umgerechnet pro Modulstunde kostet, rechne ich an anderer Stelle im Detail durch.

Software, Videokurs und die Frage nach der Tiefe
Ob der Einstieg über die reine Software oder gleich über den Videokurs läuft, ist eine andere Rechnung, die an anderer Stelle ausführlicher steht. Wer die Wochenenden nutzt, um systematisch wie in einer Radionik Dokumentation für Privatanwender vorzugehen, braucht ohnehin die Tiefe der Vollversion. Für den schnellen Feierabend-Gebrauch dagegen reicht eine übersichtliche Software wie EasyRadionik, die die Bedienoberfläche auf das Nötigste reduziert.
Wer es noch simpler mag und gar keine Software bedienen will, landet gelegentlich beim Zahlen-Code-System. Das gehört aber in die Numerologie und nicht in diesen Software-Vergleich, deshalb bleibt es hier eine Randnotiz ohne echte Funktionsprüfung. Eckhard Piesker, ein Kontakt aus Irenes Selbsthilfe-Netzwerk, notiert sich grundsätzlich den Zeitstempel seiner eigenen Eindrücke auf die Minute genau, eine Gewohnheit, die zu dieser Art von Auswertung gut passt, auch wenn er selbst keines der beiden Radionik-Programme nutzt.

Für wen sich welche Variante eignet
Zurück zur Ausgangsfrage: Der Klickunterschied zwischen beiden Programmen ist real, der Funktionsunterschied kaum. Nimm EasyRadionik, wenn du eine klare Struktur und wenig Einarbeitungszeit willst. Wenn du vorhast, das Ganze über Jahre wie ein echtes Auswertungswerkzeug zu betreiben, führt an der Vollversion MeineRadionik und dem begleitenden Premium Videokurs kaum ein Weg vorbei. Preislich liegen die drei Angebote nah beieinander, mit dem Premium Videokurs am oberen Ende, ein Unterschied, der sich vor allem über den Umfang der Anleitung erklärt, nicht über das Programm selbst.
Radionik ersetzt dabei nichts an Irenes eigentlicher Behandlung. Sie war zwischenzeitlich in psychosomatischer Beratung, zwei Termine, dann kam durch einen Kassenwechsel eine Pause dazwischen, und sie geht nach wie vor regelmäßig zu ihrer Neurologin. Die Software bleibt für uns ein Werkzeug zur Strukturierung, keine Wunderheilmaschine. Wer sich für die methodische Seite der Dokumentation interessiert, findet mehr dazu in meinem Beitrag zur Dokumentation von Radionik-Erfahrungen.