
Ein Softwaretitel bewirbt 50.000 Frequenzen in seiner Datenbank, der andere kaum ein Zehntel davon – und trotzdem ist für den Einstieg in Radionik-Software meistens der schlankere Titel der brauchbarere. Diese Einstiegshilfe ist mein Kriterienkatalog aus Karlsruhe-Durlach für genau diese Entscheidung, entstanden aus meinem laufenden EasyRadionik-Test und dem Vergleich mit den übrigen DigiStore24-Titeln, die ich als Begleitung zu Irenes Fibromyalgie-Recherche durchgearbeitet habe.
Die Fibromyalgie-Diagnose meiner Frau Irene vom Januar 2023 war der Auslöser meiner Recherche – die Krankengeschichte selbst habe ich an anderer Stelle dokumentiert, hier geht es ausschließlich um die Kaufentscheidung: welche Software für den Einstieg taugt und welche nicht.
Auswahlkriterium eins für Radionik-Software: Informationsdichte schlägt Datenbankgröße
In der Radionik wird mit riesigen Datenbanken geworben – 10.000 Raten, 50.000 Frequenzen, ganze Heilmittel-Kataloge. Wer bei Siemens Mobility jahrelang Abnahmeprotokolle für Signalanlagen geschrieben hat, kennt das Prinzip aus einer anderen Branche: Ein Sensor, der zu empfindlich eingestellt ist, liefert nicht mehr Information, sondern mehr Fehlmeldungen. Bei überladenen Raten-Datenbanken verhält es sich genauso – irgendwann verliert sich die Auswertung im Rauschen, statt klarer zu werden.
Es geht darum, Radionik Erfahrungen bei chronischen Schmerzen systematisch zu dokumentieren, ohne vorher Informatik studiert zu haben – nicht darum, die größte Datenbank zu besitzen. Ich habe Software gesehen, die aussieht wie das Cockpit eines Frachtflugzeugs. Für den Hausgebrauch in einem Reihenhaus ist das schlicht überdimensioniert.

Wie diese Raten-Datenbanken im Detail aufgebaut sind und wo sich Karteikarten-Logik von Matrix-Logik unterscheidet, habe ich in einem separaten Vergleich aufgeschlüsselt. Für die Kaufentscheidung reicht an dieser Stelle die Feststellung, dass eine kleinere, klar strukturierte Datenbank in der Praxis brauchbarer ist als ein aufgeblähter Katalog mit Begriffen, die im Handbuch nie erklärt werden.
Kurs oder Software: eine kurze Randnotiz
Ob du eher zu einem Radionik Videokurs oder ein Buch für den Software-Einstieg greifst, ist eine andere Rechnung, die ich an anderer Stelle im Detail durchgearbeitet habe. Für die Software-Kaufentscheidung selbst spielt das nur insofern eine Rolle, als beide Lernformen unterschiedliche Anforderungen an die Interface-Kenntnis stellen, bevor die Datenbank überhaupt sinnvoll bedienbar wird.
Wie viele Klicks bis zum ersten Scan sind akzeptabel?
Fünf bis sieben Klicks bis zum ersten Scan sind für mich die Obergrenze. Alles darüber bedeutet, dass die Software mehr Zeit mit Navigation verbringt als mit der eigentlichen Auswertung – ein Kriterium, das sich unmittelbar in ein Lastenheft für Radionik-Software übertragen ließe, hätte ich je eines zu schreiben.
Wie genau sich die Klickpfade zwischen den beiden Softwaretiteln unterscheiden, habe ich im Vergleich der Funktionen von EasyRadionik und MeineRadionik für Anfänger aufgeschlüsselt. An dieser Stelle nur so viel: Keine blinkenden Sternchen, keine Regenbogen-Animationen – ein nüchternes Interface, das eher an eine Steuerungssoftware erinnert als an ein Esoterik-Programm, und genau das schätze ich daran.
Vor dem Kauf prüfen: Glossar, Videolänge, Testphase
Bevor du kaufst, prüfe drei Dinge: den Umfang des Glossars, die Länge der Tutorial-Videos und wie viel Zeit eine vollständige Auswertung inklusive Notizen kostet. Bei easyradionik zum Beispiel ist das Glossar rund 12 Seiten stark und deckt etwa 140 Fachbegriffe ab – überschaubar genug, um es an einem Abend querzulesen, statt es als Nachschlagewerk vor sich herzuschieben. Eine vollständige Analyse samt schriftlicher Notizen beansprucht bei mir zwischen 15 und 20 Minuten, was sich auch nach einem vollen Arbeitstag noch unterbringen lässt.
Nicht jedes Modul hält, was der Verkaufstext verspricht. Beim Modul "Grundlagen der Ratensuche" habe ich den Player nach neun Minuten angehalten, ein kurzer Klick auf den Lesezeichen-Button, der Fortschrittsbalken sprang an die Stelle zurück, an der der Referent behauptete, erfahrene Anwender könnten passende Raten intuitiv erspüren, ohne dass dazu ein einziger Bedienschritt erklärt wurde. Für mich ist das kein Lerninhalt, das ist eine Lücke im Lastenheft.
Der Preis pro Modulstunde ist nur die halbe Rechnung

Bei den beiden Softwaretiteln, die ich besitze, komme ich – Lernvideos eingerechnet – auf einen Preis von rund 18,50 Euro pro Modulstunde. Wie sich diese Zahl im Detail zusammensetzt und wie sie im Vergleich zu den drei Kursen dasteht, habe ich in einer separaten Aufstellung durchgerechnet. Für die Kaufentscheidung reicht die Feststellung, dass der Stundenpreis allein wenig aussagt, wenn ein Teil der Stunden aus Modulen besteht, die man nach wenigen Minuten wieder abbricht.
Irene hat vor der Radionik auf Empfehlung der Apotheke vier Wochen lang eine hochdosierte Magnesiumkur versucht, ohne dass sich an ihrem Schmerzniveau etwas Messbares veränderte. Ich erwähne das nicht, um Radionik dagegen aufzuwiegen, sondern weil ein Preis pro Modulstunde für mich erst dann eine Kaufentscheidung rechtfertigt, wenn andere Wege vorher schon ins Leere gelaufen sind.
Sie rief neulich aus der Küche herüber und wollte wissen, warum ausgerechnet die teuersten Programme die unübersichtlichsten Datenbanken haben. Eine faire Frage, auf die mir nichts Besseres eingefallen ist als: Marketing.
Eine Leserin, Brunhilde Strack, hat mir vor einiger Zeit über das Kontaktformular genau diese Frage gestellt: welcher Kurs am wenigsten Vorkenntnisse voraussetzt. Sie liest, so viel weiß ich von ihr, jeden Glossar-Abschnitt vollständig durch, bevor sie ein Kapitel überhaupt öffnet – eine Disziplin, die ich nur empfehlen kann, wenn man sich nicht in Fachbegriffen verlieren will, die im Verkaufstext nie erklärt werden.
Mein Fazit als Prüfprotokoll
Kauf nicht das System mit den meisten Funktionen, sondern das mit der klarsten Struktur und der ehrlichsten Datenbank. Wenn ein Anbieter dich zwingt, dich mit der Methodik auseinanderzusetzen, statt dich mit bunten Bildern und Sternchen-Animationen zu blenden, bist du näher an einer brauchbaren Auswertung als an einem Werbeversprechen.
Ich bin weder Arzt noch Heilpraktiker, sondern ein pensionierter Entwicklungsingenieur, der ein Werkzeug für die eigene Dokumentation sucht. Bei chronischen Schmerzen bleibt der Weg zur Neurologin oder in eine multimodale Schmerztherapie zwingend – Radionik-Software sehe ich höchstens als ergänzendes System zur Strukturierung von Informationen, nicht als Ersatz dafür.